Textverarbeitung mit Word – Oberstufe
Im Laufe Ihrer Schullaufbahn, Ihres Studiums oder ggf. Ihres zukünftigen Berufes werden Sie selbst Texte verfassen, die einem gewissen Anspruch genügen müssen. Wir bereiten Sie darauf vor, wissenschaftlich fundiert, strukturiert, professionell und zeiteffizient Texte zu verfassen. Dieser Kurs zur Textverarbeitung leitet Sie durch die technischen Grundlagen zur Texterstellung und -verarbeitung mithilfe der Software “Microsoft Word” (kurz “Word”), weiter unten gehen wir auf den Erwerb und die Nutzung von Software für den Gebrauch auf Ihrem privaten Gerät ein.
Einführung und Überblick
Schauen Sie dieses Einführungsvideo von Martin Goldmann zu Word, das spart Ihnen später viel Zeit.
Was in diesem Video behandelt wird
- Programmstart & Navigation: Erste Schritte in der Benutzeroberfläche, Nutzung des Menübands sowie das Speichern und Öffnen von Dokumenten.
- Texteingabe & Markierung: Techniken zum effizienten Markieren von Zeichen, Wörtern und ganzen Absätzen.
- Zeichenformatierung: Anpassung von Schriftarten, Schriftgrößen und Schriftschnitten (fett, kursiv, unterstrichen) sowie das Hoch- und Tiefstellen von Zeichen.
- Absatzformatierung: Ausrichtung von Texten (linksbündig, zentriert, Blocksatz), Einstellen von Zeilenabständen und das Arbeiten mit Einzügen.
- Listen & Aufzählungen: Erstellung von nummerierten Listen und Aufzählungszeichen, inklusive mehrerer Ebenen.
- Strukturierungshilfen: Nutzung von Sonderzeichen (Absatzmarken) und dem Lineal zur präzisen Textgestaltung.
- Layout & Druck: Vorbereitung für den Druck, Anpassung von Seitenrändern und der Export als PDF-Datei.
Warm-up
- Laden Sie diese Datei herunter: Warm-up Aufgaben
- Lösen Sie alle Aufgaben darin der Reihe nach.
Lösungen finden
Wenn Sie nicht wissen, wie Sie die Aufgaben lösen sollen, haben Sie folgende Möglichkeiten:
- Ausprobieren und Durchklicken. Sie können jeden Schritt rückgängig (Kurzbefehl
Strg+Z1) machen oder wiederholen. - Mitschüler:innen, Lehrende oder KI fragen.
- Klassische Internetrecherche betreiben.
Formatvorlagen in Word
Was sind Formatvorlagen?
Formatvorlagen sind vordefinierte Gestaltungsvorgaben, die festlegen, wie bestimmte Textelemente in einem Word-Dokument formatiert werden. Sie definieren unter anderem Schriftart, Schriftgröße, Abstände und weitere Absatz- und Zeichenformate.
Aufgabe
Mit diesem Arbeitsblatt werden Sie an die Themen Formatvorlagen und Referenzen herangeführt. Sämtliche Aufgaben dazu finden sich darin. Der dort erwähnte Praktikumsbericht ist hier.
Unsere Vorgaben für wissenschaftliche Hausarbeiten
- Formatierung:
- Zeilenabstand: 1,5-zeilig
- Schriftart: Times, Times New Roman oder Arial
- Schriftgrößen: Haupttext 12; direkte längere Zitate 11, 1-zeilig, einrücken; Fußnoten 10, 1-zeilig
- Seitenränder: links ca. 4 cm, rechts 2,5 cm, oben und unten 2,5 cm
- keine automatische Silbentrennung, linksbündig oder Blocksatz, Seiten nummerieren
- In den Geistes- und Gesellschaftswissenschaft wird in Deutschland oft die Harvard-Zitierweise mit Komma verwendet: Text Text Text (Autor Jahr, Seitenzahl), Beispiel: (Müller 2022, S. 15)
- Der Umfang des Textes bemisst sich in der Regel an der Wortanzahl.
- Die Form des Textes muss dem Zweck genügen, mind. bereithalten sollte er folgende Teile/Kapitel:
- Deckblatt mit Titel, Angaben zur Institution, zur Person, zur Veranstaltung etc.
- Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil (kann in mehrere Teile untergliedert werden)
- Fazit
- Literatur- und Quellenverzeichnis
Tutorial
Was Sie in diesem Video lernen
In diesem kompakten Tutorial von TutorialCenter wird erklärt, wie man eine wissenschaftliche Arbeit in Microsoft Word effizient und normgerecht formatiert. Der Fokus liegt dabei auf der Nutzung von Formatvorlagen für Überschriften, die als Basis für ein automatisches Inhaltsverzeichnis dienen. Darüber hinaus zeigt das Video, wie man Seitenränder präzise einstellt, den Zeilenabstand sowie den Blocksatz konfiguriert und eine korrekte Seitennummerierung einrichtet, bei der das Deckblatt unberücksichtigt bleibt.
Ihre eigene Vorlage vorbereiten
Die inhaltlichen Anforderungen an das wissenschaftliche Arbeiten sind hier formuliert. Wir kümmern uns an dieser Stelle um die Form und die konkrete Umsetzung in Word. Ab jetzt bereiten wir Ihre eigene Textvorlage vor, mit der Sie direkt weiterarbeiten können.
Übungen
- Erstellen Sie eine eigene Gliederung wie im Tutorial.
- Fügen Sie eine Nummerierung für die Überschriften ein.
- Erstellen Sie ein Inhaltsverzeichnis.
- Fügen Sie Text in verschiedene Abschnitte ein. Formatieren einen Abschnitt nach ihrem Wunsch. Übernehmen Sie mit einem Rechtsklick auf die Formatvorlage “Standard” diesen Stil für alle Absätze mit dem Stil “Standard”.

- Setzen Sie die Formalia unten um.
- Erstellen Sie ein Literaturverzeichnis.
Speichern Sie Ihren Text entweder auf einem Stick oder in einem Cloud-Dienst. Sie sollten immer Backups haben, einen Stick kann man leicht verlieren. Schreiben Sie das Datum jeweils an das Ende der Datei, um die aktuelle Version schnell zu finden, bspw. 2026_01_07_Claude_Shannon_Markov_Ketten. Sie können verschiedene Versionen behalten, um ohne Angst im Dokument aufzuräumen und Altlasten loszuwerden.
Auch sinnvoll ist, wenn Sie ein Dokument “Recherche” anlegen und Zitate und Belege daraus in Ihren Text kopieren.
Begriffe und Stile
Wie Sie im Material unten nachlesen können, gibt es verschiedene Stile und Möglichkeiten, wissenschaftliche Texte zu verfassen; das fängt schon bei der Formatierung an.
Wir klären und vereinbaren
- Ein Beleg ist ein Nachweis für ein Zitat, eine Behauptung, einen Sachverhalt etc. Die Quelle wird so angegeben, dass Lesende sie finden können. Bei Internetquellen wird ein Datum angegeben, weil sich diese (leichter) ändern können.
- Ein (direktes/wörtliches) Zitat ist eine wörtliche Übernahme (s. * → Materialien*). Ein indirektes Zitat (Paraphrase) ist eine inhaltliche Übernahme mit eigener Formulierung (meist im Konjunktiv). Beides wird so belegt: (Müller 2022, S. 18). Auch wenn Sie Aussagen nicht in den Konjunktiv umschreiben und eine Form wie “Müller meint, dass …” nutzen, zitieren Sie indirekt, denn die Idee stammt von jemand anderem! Umformulierungen durch die KI sind gefährlich …
- Lassen Sie “vgl.” ganz weg oder nutzen Sie es nur bei wesentlichen Veränderungen einer Aussage. In diesem Fall belegen Sie so: (vgl. Müller 2022, S. 25).2
- Fußnoten werden nur für Zusatzbemerkungen genutzt, nicht für Belege.
- Nutzen Sie im Fließtext ausschließlich Kurzbelege (Preiser/Buchholz 2004, S. 18).
- Vollbelege geben Sie nur im Literaturverzeichnis an. bspw.: Preiser, Siegfried/ Buchholz, Nicola (2004): Kreativität: Ein Trainingsprogramm für Alltag und Beruf. 2. Aufl. Heidelberg: Asanger.
- Ein Verzeichnis ist eine Auflistung,
- ein Literaturverzeichnis listet alle literarischen Quellen auf und dient als Sammlung aller Vollbelege3,
- mit Internetquellen listen Sie alle Quellen aus dem Internet auf,
- ein Abbildungsverzeichnis listet alle Quellen für die Abbildungen auf.
Beachten Sie auch die Informationen zum wissenschaftlichen Arbeiten.
Material
Dieses Material ist von Lehrerinnen und Lehrern des Gymnasium Nord für die E-Phase zusammengestellt worden. Ich stelle es mit freundlicher Genehmigung online bereit.
| Dateien | Inhalt |
|---|---|
| • Texterschließung • Materialgestützes Schreiben | Texte erschließen, wichtige Ideen, Gedanken herausschreiben und verarbeiten |
| • Zitieren.pdf • Plagiarismus • KI und Academic Agreement | Die Güte eines wissenschaftlichen Textes wird in erster Linie daran gemessen, ob methodisch sauber und korrekt gearbeitet wurde. Plagiate sind unwissenschaftlich, unehrlich und strafbar. |
KI-Einsatz
Wenn Sie KI einsetzen, halten Sie sich bitte an die Vorgaben in dem Dokument Zitieren.pdf (s. oben, Änderungen vorbehalten). Legen Sie eine übersichtliche Tabelle wie hier an, um zu verdeutlichen welche Art von Unterstützung die KI für Sie war.
Methoden zur Überwindung von Schreibblockaden
- Mind-Map – Visualisieren Sie Ihr Thema als Diagramm mit Haupt- und Nebenästen. So erkennen Sie Zusammenhänge und Lücken auf einen Blick.
- Clustering – Schreiben Sie einen Kernbegriff so wie bei einer Mind-Map in die Mitte eines Blatts und assoziieren Sie frei drumherum. Verbindungen entstehen intuitiv.
- Einem Laien erklären (Feynman-Methode – Formulieren Sie Ihr Thema so einfach, dass es ein Außenstehender versteht. Das deckt Verständnislücken auf. 4
- Freewriting – Schreiben Sie 10–15 Minuten ohne Pause und ohne zu korrigieren. Der Fokus liegt auf dem Fluss, nicht auf Perfektion.
- Fragen formulieren – Stellen Sie W-Fragen an Ihr Thema (Wer? Was? Warum? Wie?). Das zwingt Sie, konkret zu werden und Wissenslücken zu identifizieren.
- Perspektivwechsel – Betrachten Sie Ihr Thema aus einer anderen Rolle: Wie würde ein Kritiker, ein Laie oder ein Befürworter argumentieren?
- Gespräch führen und Notizen machen – Erklären Sie Ihr Thema einer anderen Person und notieren Sie, was dabei klar wird. Oft formuliert man mündlich freier als schriftlich.
- Mit einer KI austauschen – Nutzen Sie ein KI-Tool als Sparringspartner: Lassen Sie sich Fragen stellen, Gegenargumente liefern oder erste Entwürfe kommentieren. Bitte nutzen Sie diese Option als letztes, weil sie Sie daran hindert, dass Ihre Neuronen stärker feuern und Ihre Synapsen ins Schwitzen kommen (≈ Lernen).
- Pomodoro-Technik – Arbeiten Sie in kurzen, fokussierten Intervallen (z.B. 25 Min.), gefolgt von kurzen Pausen. Das reduziert den inneren Widerstand.
- „Shitty First Draft" – Erlauben Sie sich bewusst einen schlechten ersten Entwurf. Überarbeiten können Sie später, aber erst brauchen Sie Material.
- Mitten anfangen – Beginnen Sie nicht bei der Einleitung, sondern dort, wo Sie am meisten zu sagen haben. Die Einleitung schreibt sich am Ende leichter.
Zur Software
Sie können die gleichen Ziele auch mit anderer, kostenloser Software wie “LibreOffice” oder “OpenOffice”5 erreichen. In der Schule steht Ihnen “Word” zur Verfügung, Sie können Basisversionen kostenlos auch online verwenden. Auch wenn es manchmal anders dargestellt wird: Sie können derzeit (Anfang 2026) keine kostenlose Vollversion für Ihren privaten Gebrauch über die Schule erhalten; dafür sind eigens Lizenzen vorgesehen, welche die Schule vorher erwerben muss. Sie haben auch die Möglichkeit, in der Schulbibliothek zu arbeiten oder ein kostengünstiges Office-Paket über Online-Shops zu erwerben. Achten Sie dabei darauf, dass die Website seriös ist und schauen Sie genau, welche Lizenz Sie erwerben, d.h. ob diese eine Lizenz für bspw. Tablet und Smartphone sowie Cloud-Speicher enthält – falls Sie das benötigen.
Alle Inhalte auf dieser Seite sind ausgiebig geprüft, an einigen wenigen Stellen (Links finden, Erstellung und Vervollständigung von Listen, Zusammenfassung von Video-Inhalten) kam KI zum Einsatz.
Strg=Ctrl. Am Mac nutzen SieCmdstattStrgbzw.Ctrl. ↩︎Manche Autorinnen und Autoren nutzen “vgl.” generell bei indirekten Zitaten und lassen es bei direkten Zitaten weg; wir machen das anders. ↩︎
Wenn Fußnoten genutzt werden, werden die Vollbelege meist beim ersten Belegen angegeben, danach als Kurzbelege. ↩︎
Feynman war ein genialer Physiker und ein exzellenter Lehrer! Ich kann Ihnen auch seine Lectures empfehlen: Hier ist eine Sammlung: The Feynman Lectures on Physics. Achtung Suchtgefahr! ;-) ↩︎
Die Open-Source-Software “ONLYOFFICE” wird ebenfalls oft genutzt. Diese Software wird jedoch mit der russischen Regierung in Verbindung gebracht, manche europäische Institutionen verbieten ihre Nutzung sogar. LibreOffice ist meines Erachtens ausreichend, doch Sie entscheiden selbst. ↩︎