Python-Projekt anlegen & virtuelle Umgebung
Was du lernst
In diesem Dokument wird dir erklärt, wie du ein Projekt am besten anlegst. Du lernst, wie du eine sogenannte virtuelle Umgebung erstellst, in der du arbeiten kannst, ohne dein eigentliches Betriebssystem zu beeinflussen.
Python installieren
Falls du diese Übungen zuhause beginnst, stelle zunächst sicher, dass du Python installiert hast. Folge diesem Tutorial:
Wenn du Python installiert hast, geht es in VS-Code weiter.
Virtuelle Umgebungen für Python-Programme
Python ist bei manchen Systemen (Mac/Linux) vorinstalliert, auf Windows musst du Python herunterladen und installieren (wie bei vielen anderen Anwendungen und Apps).
Vorbereitung eines neuen Python-Projekts
Stelle sicher, dass du die Terminal-Grundlagen beherrschst, bevor du fortfährst.
Projekt-Ordner anlegen
Öffne den Editor oder die IDE deiner Wahl, empfehlenswert ist VS-Code (Visual Studio Code). Lege dort einen Projekt-Ordner an und öffne ein Terminal.
venv erstellen
Wir legen nun eine virtuelle Umgebung an, damit du nichts an der ggf. systemweiten Python-Installation ändern musst.
Gut zu wissen
In einer virtuellen Python-Umgebung (venv, für virtual environment) kannst du weitere Python-Pakete installieren, das können einfache oder umfangreiche Programme sein. Die venv ist nicht nur von deinem Host-System (also Hauptsystem) isoliert, sondern kann leicht verändert und transportiert werden, das ist sehr praktisch! Alles dafür Notwendige liegt dann im venv-Ordner. Wir arbeiten dabei mit pip (dem package installer for Python), womit Programme aus dem Python Package Index installiert werden.
Gib im Terminal folgenden Befehl ein, um eine virtuelle Umgebung zu erstellen.
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Damit wird ein versteckter Ordner auf Root-Ebene (de. Stamm- oder Wurzelverzeichnis) erstellt, d.h. auf der höchsten Ebene deines Projektordners. Um die venv zu aktivieren, gib folgendes ein:
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In der Befehlzeile erscheint dann (venv) vor dem Prompt, z.B. (venv) user@host:~$. Dies zeigt an, dass die virtuelle Umgebung aktiv ist.
requirements.txt
Erstelle im Stammverzeichnis eine Datei requirements.txt. Darin kannst du auf einfache Weise alle Python-Pakete auflisten, die dann mit einem einfachen Befehl in die venv installiert werden.
In der Datei könnte bspw. das hier stehen:
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Wenn du dann das hier ausführst:
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, sieht die Ausgabe ungefähr so aus:
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Du siehst also, dass du damit Flask installierst und alle weiteren Abhängigkeiten, sog. dependencies, auf die wiederum Flask aufbaut.
Gut zu wissen
Du kannst in der requirements.txt ganz genau bestimmen, welche Version installiert wird. Wir haben oben also sichergestellt, dass wir mind. die Version 3.1 von Flask installieren.
| Syntax | Bedeutung |
|---|---|
Flask==3.1.0 | Exakt 3.1.0 |
Flask~=3.1.0 | Kompatibel mit 3.1.0 (≥3.1.0 und <3.2.0) |
Flask>=3.1.0,<3.2.0 | Das gleiche, explizit formuliert |
Flask>=3.1 | 3.1.0 oder neuer (auch 4.0 etc.) |
Eine Liste aller installierten Pakete sichern
Du kannst mit diesem Befehl alle aktuell in die venv installierten Pakete in die Datei schreiben.
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In diesem Fall sieht der Inhalt der Datei dann so aus:
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Es werden die exakten Versionen der Pakete angegeben. Das ist gut, um die gleiche Umgebung zu erzeugen, wenn du das Projekt teilst oder an anderer Stelle weiterarbeiten möchtest. Für dich heißt das konkret, du machst diesen Schritt immer dann, wenn du zwischendurch bspw. an deinem Heimrechner gearbeitet hast und dann in der Schule weitermachen möchtest.